Kamil, Prozesskoordinator – Poznań

Wie ist die aktuelle Situation während der Coronakrise für dich persönlich?

Für mich ist es eine weitere Lektion, dass unsere Pläne, Erwartungen und Wünsche innerhalb eines einzigen Tages geändert werden könnten. Und es gibt nichts, was wir tun könnten. So wenig im Leben scheint von uns abhängig zu sein.
Ich arbeite seit Mitte März von zu Hause aus, und ich glaube nicht, dass ich vor Juni ins Büro zurückkehren werde.
Viele Menschen verlieren jetzt ihre Arbeit, und alle haben Angst davor, was die Zukunft bringen wird. Mein Arbeitsplatz ist ziemlich stabil, weil ich für ein Unternehmen arbeite, das medizinische Geräte herstellt, aber man weiß ja nie…

Wofür bist du in dieser Situation dankbar?

Dass mein Leben gezwungen war, sich zu verlangsamen. Jetzt habe ich etwas Zeit, um über meinen Lebensstil, meine Lebensentscheidungen und meine Erwartungen an mich selbst nachzudenken und mich vorwärts zu bewegen.
In meiner Freizeit treibe ich Sport und lese Bücher. Sonst nichts. Gestern war es der erste Tag in diesem Jahr, an dem ich Fahrrad gefahren bin. Ich habe fast vergessen, wie sehr ich es genieße.

Was möchtest du gern machen, wenn die Krise vorbei ist?

Ich möchte einfach zu meinem normalen Leben zurückkehren. Vom Büro aus arbeiten, nicht von zu Hause aus, und mein Leben genießen. Ich habe gemerkt, dass mein Leben gar nicht so schlecht ist, es ist sogar ziemlich gut.

Was wünschst du dir langfristig für Europa?

Ich wünsche mir, dass alle europäischen Länder Verantwortung übernehmen und füreinander sorgen. Wir dürfen nicht getrennt agieren. Die Coronakrise macht eines deutlich: Es ist dramatisch, in Einsamkeit an irgendeiner Krankheit zu leiden.